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Kopf-Hals-Karzinome

Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs? Über diese Krebsarten wissen viele Bescheid. Bei Kopf-Hals- Karzinomen sieht es anders aus. Dabei gehören sie weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen.

Das Nichtwissen ist leicht zu entschuldigen: Unter dem Oberbegriff Kopf-Hals-Karzinom fassen Fachleute verschiedene Krebserkrankungen zusammen – abgesehen von den Hirntumoren eigentlich fast jeden Tumor, der sich im Gesicht, in der Mundhöhle, im Rachen, Kehlkopf oder der Luftröhre entwickelt. Je nach Lage sind diese Tumoren dann entweder ein Fall für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (HNO), für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (MKG) oder für beide gleichzeitig. Kompetenzgerangel zwischen HNO- und MKG-Experten müssen Patienten dabei nicht befürchten. „Wir stimmen unsere Behandlungskonzepte aufeinander ab“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Neff, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Marburg.

Eine häufige Erkrankung

Als hoch si­gni­fi­kan­te ätio­lo­gi­sche Fak­to­ren gel­ten Ta­bak- und Al­ko­ho­la­busus.

Maligne Tumore der oberen Luft- und Speisewege stehen an 6. Stelle der Häufigkeit aller Krebserkrankungen. Hierbei handelt es sich histologisch zu über 90% um Plattenepithelkarzinome. Das biologische Verhalten dieser Tumorentität zeigt trotz der grundsätzlich ähnlichen Morphologie eine Abhängigkeit von dem Sitz des Primärtumors. Die 5-Jahres-Überlebensrate von im Bereich der Stimmlippen lokalisierten Tumoren wird abhängig vom Tumorstadium mit 65-100% angegeben, gegenüber 15-60% bei einem im Oropharynx lokalisierten Karzinom. Die Mortalität wird für 1990 mit ungefähr 5% bei der männlichen und etwa 1% bei der weiblichen deutschen Bevölkerung angegeben. Bei unveränderten Daten zu Larynxkarzinomen ist im Vergleich zu 1985 geschlechtsunabhängig sowohl die Inzidenz als auch die Mortalität an Pharynxkarzinomen deutlich angestiegen. Für Pharynxkarzinome liegt der Altersgipfel im 7. Lebensjahrzehnt, für Mundhöhlen- und Kehlkopfkarzinome im 6. Lebensjahrzehnt. Als hoch signifikante ätiologische Faktoren gelten Tabak- und Alkoholabusus.

Es gelingt bei der Mehrzahl der Patienten mit Karzinomen der oberen Luft- und Speisewege, den Primärtumor durch chirurgische Maßnahmen vollständig oder hinsichtlich bestimmter Tumorlokalisationen durch eine Strahlentherapie, meist in Kombination mit einer Chemotherapie, zu entfernen. Die vielfach schlechte Prognose eines Teils dieser Patienten basiert zum einen auf der hohen lymphogenen Metastasierungsfrequenz von Plattenepithelkarzinomen dieser Region, zum anderen auf der möglichen und vorwiegend erst im späteren Krankheitsverlauf auftretenden Fernmetastasierung und schließlich auf dem Auftreten von Zweitkarzinomen im Bereich des oberen Aerodigestivtraktes. Die immense prognostische Bedeutung einer lymphogenen Metastasierung wird an der z.T. drastischen Reduktion der 5-Jahres-Überlebensrate bei Vorliegen histologisch gesicherter Halslymphknotenmetastasen deutlich.

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