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2 Spaltige Kachel

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Diagnose Hautkrebs

Seit 2008 haben alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung, das sogenannte „Hautkrebs-Screening“. Dafür speziell geschulte Haus- oder Hautärzte nehmen dabei die gesamte Haut unter die Lupe. Besonders achtsam sollten Menschen hellen Hauttyps sein, die schlecht bräunen, und Menschen, die viele Pigmentmale haben. Knapp die Hälfte aller Melanome entstehen aus Pigmentmalen.

Therapie nur möglich durch Diagnostik

Eine zielgerichtete Therapie von bösartigen Hauterkrankungen ist nur möglich, wenn eine gründliche Diagnostik vorausgegangen ist. Neben einer Untersuchung der gesamten Haut ist es besonders bei Pigmentmalen sinnvoll, die Läsion mit einem auf die Haut aufgesetzten Vergrößerungsglas (Dermatoskop) zu beurteilen. Unter Umständen ist es erforderlich, Hautgewebe zu entnehmen, um zu einer gesicherten Diagnose zu kommen.

Werden Melanome und Plattenepithelkarzinome nicht frühzeitig erkannt, können sich Zellen aus dem Tumorverband lösen, tiefer in die Haut eindringen und letztlich in andere Körperregionen verschleppt werden, wo sie Tochtergeschwülste ausbilden. Je nach Befund können daher zusätzliche bildgebende Untersuchungen mittels Ultraschall (Sonographie), Röntgen, Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) oder eine Positronenemissionstomographie (PET) erforderlich werden, um die Ausbreitung eines Tumors genau einschätzen zu können.

Ein wenig genannter Übeltäter

Der helle Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Menschen. Er wird in Statistiken aber weggelassen, weil die Behandlung in der Regel mit dem Herausschneiden erledigt ist. Das Melanom wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2008 bei fast 18.000 Menschen in Deutschland diagnostiziert. Dem Experten zufolge kann es bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten. Zwischen der auslösenden Mutation und dem Ausbruch können viele Jahre liegen. Mit Beginn der siebziger Jahren fuhren vermehrt Familien aus Deutschland im Sommer nach Italien. Sonnenschutz sei damals kaum Thema gewesen. Ab Mitte der achtziger Jahre schnellte dann die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland in die Höhe.

Zweitmeinung

Im Fo­kus steht die Ver­bes­se­rung der Hei­lungs­chan­cen des Pa­ti­en­ten.

Vier Augen sehen mehr als zwei. Das gilt auch bei Diagnosen von Ärzten. Patienten sind oft versunsichert, wenn sie eine Krebsdiagnose erhalten haben, und würden gern eine zweite Meinung einholen. Und gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen beziehungsweise entsprechender Diagnose kann eine ärztliche Zweitmeinung tatsächlich sehr sinnvoll sein. Unter einer ärztlichen Zweitmeinung versteht man die neutrale Begutachtung eines ärztlichen Erstbefundes durch einen zweiten Arzt.

Diagnose und Therapie prüfen

Das Anneliese Pohl Krebszentrum hat ein eigenes Zweitmeinungsbüro, an das sich Patienten wenden können, um ihre Krebsdiagnose überprüfen zu lassen. „Gerade bei einer so lebensverändernden Diagnose wie Krebs kann eine Zweitmeinung Betroffene dabei unterstützen, die Erkrankung besser zu verstehen und sich für die richtige Therapie zu entscheiden“, sagt Professor Dr. Rudolf Arnold, Direktor des Anneliese Pohl Krebszentrums. Neben der Begutachtung der Diagnose bietet das Zweitmeinungsbüro auch eine Überprüfung der vorgeschlagenen Krebstherapie an. Die Spezialisten aus Marburg beraten außerdem zum Thema Lebensführung nach einer Krebsdiagnose.  Wird die Therapieempfehlung des Erstbehandlers bestätigt, erhält der Patient die Sicherheit und das Vertrauen, den richtigen Weg einzuschlagen. Wird eine alternative Therapieempfehlung ausgesprochen, kann die medizinische Versorgung dieses Patienten optimiert werden. Krebs kann auf viele Arten behandelt werden, etwa durch Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie. Deshalb ist es sinnvoll, den Rat von ausgewiesenen Experten einzuholen. An der Universität Marburg kommt zudem regelmäßig ein Tumorboard zusammen, das Spezialisten aus allen Fachrichtungen vereint. Sie beleuchten jeden Fall aus allen Richtungen und entscheiden gemeinsam das weitere Vorgehen. Dies kann kein einzelner Arzt leisten.

Ausgewiesene Experten

Patienten und Angehörige können sich im Büro für Zweitmeinungen melden. Im Anschluss sollten alle Unterlagen, welche die Erkrankung betreffen, an das Büro geschickt werden. Besonders wichtig sind dabei Röntgenbilder (CT, MRT). „Wenn alle relevanten Unterlagen bei uns eingetroffen sind, werden sie von einem Krebsspezialisten durchgesehen“, erklärt Rudolf Arnold. Der Spezialist, dem die Unterlagen vorliegen, entscheidet dann je nach Diagnose, in welcher Ambulanz sich der Patient vorstellen soll: in der Onkologie, Urologie, Gynäkologie oder Neurochirurgie. „Der Patient erhält dann möglichst umgehend einen Termin. Wir versuchen, unzumutbare Wartezeiten zu vermeiden“, sagt der Direktor des Anneliese Pohl Krebszentrums. Dabei sei es nicht das primäre Ziel, die Patienten im Marburger Krebszentrum zu behandeln, sondern sie nach erfolgter Beratung wieder in die Hand ihrer behandelnden Ärzte zu übergeben. In Einzelfällen ist aber auch die Behandlung oder gegebenenfalls eine Operation in Marburg möglich.

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