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Das Tumorboard im CCC

Krebs fordert das gesamte Spektrum der Medizin. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachrichtungen ist daher Trumpf, damit die Therapie bestmöglich gelingt.

Krebstherapie im Tumorboard

Was will der Pa­ti­ent?

Wenn keiner auf den anderen hört, sich jeder im Besitz der Wahrheit glaubt, dann kann ein Gemeinschaftswerk schnell in die Brüche gehen. Wenn aber alle Experten an einem Strang ziehen und aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen ein Problem aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten? Dann gelingen Großprojekte, die den Einzelnen überfordern würden. Bei einer so komplexen Erkrankung wie Krebs ist genau diese fachübergreifende Zusammenarbeit das Rezept für eine erfolgreiche Therapie schlechthin. Die Organisationsform dieser Zusammenarbeit ist das „Tumorboard“ – eine regelmäßige Konferenz, bei der sich Ärzte aus verschiedenen Disziplinen an einen Tisch setzen. „In einem so großen Zentrum wie dem unseren kümmert sich nicht eine Person allein um eine Patientin“, sagt Professor Dr. Uwe Wagner, Direktor der Klinik für Gynäkologie, gynäkologische Endokrinologie und Onkologie der Uni Marburg. „Das ist ein Team von fast 20 Beteiligten. Jeder hat ein Spezialgebiet und ist dafür Experte. Wir haben zum Beispiel sechs spezialisierte Brustoperateure und drei Diagnostiker, die ausschließlich in ihrem Fachgebiet arbeiten.“

Viele Fragen

Jeder einzelne Krebsfall wirft viele Fragen auf. Sie betreffen die komplizierte Molekularbiologie des Krebses selbst, seine Auswirkungen auf den Organismus des Patienten und die Risiken und Chancen möglicher Eingriffe: Welches genetische Muster haben die Krebszellen? Reagieren sie auf eine Antikörpertherapie oder nicht? Wie groß ist der Tumor? Hat er schon gestreut? Reicht die bisherige Diagnostik oder sollte man ein weiteres bildgebendes Verfahren einsetzen: Ultraschall, MRT oder PET-CT? Kann der Tumor überhaupt operiert werden? Wenn ja, wie kommt man an ihn heran? Sollte man vorher eine Strahlentherapie machen? Hinterher? Und dann, welche Chemo? Hält der Patient das überhaupt aus bei den vielen Vorerkrankungen? Was will der Patient? Macht ein heilender Therapieansatz noch Sinn? Ist es nicht besser, palliativ die Schmerzen zu lindern und den Patienten zu entlassen, um ihm noch möglichst viele Tage ohne Beschwerden zu ermöglichen?

Beste Beratung im Team

Kein Onkologe kann diese Fragen allein beantworten. Auch Pathologen, Radiologen und Strahlentherapeuten allein sind damit überfordert – und je nach Krebsart auch chirurgisch arbeitende Urologen, Gynäkologen oder Dermatologen. „Es ist sehr wichtig, dass man die verschiedenen Experten der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen in einem Raum zusammenruft und versucht, für jeden einzelnen Patienten das Bestmögliche zu entscheiden“, sagt Professor Dr. Andreas Neubauer, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie der Uni Marburg. Unter Berücksichtigung des allgemeinen Gesundheitszustandes eines Patienten kann so eine maßgeschneiderte Gesamttherapie erreicht werden. Die verschiedenen Therapieelemente – Chirurgie, Strahlen-, Chemo- und/oder Hormon- und Antikörpertherapie – werden dabei von den Ärzten individuell gemischt. Tumorboards gibt es inzwischen an fast allen großen Krebszentren in Deutschland „München und Marburg waren in Deutschland die ersten, die dies flächendeckend eingeführt haben“, sagt Andreas Neubauer. Für Patienten und Angehörige sind sie sichtbares Merkmal einer guten Patientenbetreuung, die dem aktuellen Wissen entspricht. Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, treffen sich die Krebsmediziner am Anneliese Pohl Krebszentrum Marburg – Comprehensive Cancer Center zudem regelmäßig zu verschiedenen interdisziplinären Tumorkolloquien. „Da werden alle unklaren Fälle vorgestellt und gemeinsam besprochen“, sagt Prof. Dr. Rainer Hofmann, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie der Uni Marburg. „Das ist sehr interessant. Da können sogar die Klinikchefs noch etwas lernen.“

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